Schritte zum Start eines Online-Handels

  • Produktangebot festlegen
    – exklusive Produktpalette?
    – sehr hohe Nachfrage?
    – Kannst Du die Produkte schnell beschaffen?
    – Eignen sich die Produkte für den Online-Handel bzw. den Versand?
    – Lassen sich die Produkte vorteilhaft online präsentieren?

  • Analyse der Zielgruppe und der zukünftigen Kunden
    – daraus ableiten wie der Shop aussehen soll
    – kauft die Zielgruppe überhaupt im Internet ein?
    – Personas
    Sinus-Milieus

  • Markt- und Konkurrenzanalyse
    Produkt-Markt-Matrix nach Ansoff

    Marktdurchdringung:
    Das Ziel ist die Erschließung zusätzlicher Marktanteile im bestehenden Markt mit den vorhandenen Produkten.

    Marktentwicklung:
    mit den Produkten aus dem bestehenden Sortiment einen für sich neuen Absatzmarkt zu erschließen z. B. neue Städte bzw. Länder oder Zielgruppen.

    Produktentwicklung:
    Entwicklung neuer Produkte für den bereits bestehenden Markt. Die Strategie ist besonders für Nischenmärkte attraktiv.

    Diversifikation:
    Risikoreichste der Strategie-Etappen. Entwicklung eines neuen Produktes für einen noch nicht erschlossenen Absatzmarkt zu verstehen.

  • Abgrenzung von bestehenden Shops
    – Alleinstellungsmerkmale (USP – Unique Selling Propositions)
    – Mitbewerberanalyse
    https://www.timingo.ch/
    https://www.mms.com/de-de/
    https://www.warbyparker.com/

  • Businessplan

  • Technische Umsetzung
    • Plane deine Shop-Struktur
      • Was soll der Kunde beim Betreten der Seite sehen?
      • Wo ist das Menü und wie ist es aufgebaut?
      • In welche und wie viele Kategorien lässt sich deine Produktpalette aufteilen?
      • Welche durchgängigen Eingenschaften haben meine Produkte?
    • Eigne dir Programmiergrundlagen an
      • HTML, CSS und PHP
    • Durchdenke deine Versand- und Bezahloptionen
      • Express-Versand ist ein zusätzlicher Pluspunkt
    • Beachte die Rechtslage
    • Berücksichtige auch die Risiken
zu beachtenDetails
WettbewerbsrechtIm Sinne des Wettbewerbsrechts müssen Onlineshops außer Produktbeschreibungen und Endpreisen (Preis + Umsatzsteuer + ggf. sonstiger Preisbestandteile) folgende Informationen zur Verfügung stellen:Zahlungs-, Liefer- und LeistungsbedingungenName und ggf. Rechtsform und Anschrift des HändlersAngaben zum Unternehmen / HändlerAngaben zum Rückstritts- bzw. WiderrufsrechtsInformationen zum Umgang mit BeschwerdenAngaben zum VertragsschlussSpeicherung des Vertragstextes 
ImpressumZudem muss Ihr Webshop (wie jede gewerbliche Internetseite) ein leicht auffindbares, von allen Unterseiten erreichbares Impressum (Anbieterkennzeichnung) enthalten. Ein Impressum brauchen Sie übrigens auch, wenn Sie Ihre Produkte auf Portalen wie Amazon oder eBay verkaufen.
FernabsatzrechtAuch die EU-Verbraucherrechte-Richtlinie (VRRL) muss beim Online-Handel beachtet werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie einen eigenen Onlineshop, einen Amazon-Store, eBay- oder sonstigen Shop auf einer Online-Plattform betreiben. Hierunter fällt auch das Fernabsatzrecht, das privaten Käufern u. a. ein generelles Umtauschrecht in Form des 14-tägigen Widerrufsrechts einräumt.Wie überall gibt es aber auch hier Ausnahmen: So findet das Fernabsatzrecht z. B. keine Anwendung beim Abschluss von Versicherungsverträgen oder Direktvertriebsgeschäften bis 40 Euro. Informieren Sie sich über die laut Fernabsatzrecht bestehenden Informationspflichten und die rechtskonforme Ausgestaltung der Informationsbereitstellung: Wann, wo und wie stellen Sie Ihren Kunden eine Widerrufsbelehrung oder ein Muster-Widerrufsformular zur Verfügung? 
Allgemeine GeschäftsbedingungenDamit jeder Kunde sich vor Bestellung über die Liefer- und Zahlungsbedingungen o. Ä. informieren kann, sollten Onlineshops immer Allgemeine Geschäftsbedingungen vorlegen. So können auch von vornherein rechtliche Probleme vermieden werden.
Datenschutzgrundverordnung (DSGVO)Denken Sie daran, dass Ihr Onlineshop (wie jede Website) eine Datenschutzerklärung braucht. Ein zentraler Aspekt ist hier der Hinweis auf die von Ihnen genutzte Tracking-Software. Zudem müssen Sie dafür sorgen, dass Ihre Tracking-Software (z. B. Google Analytics) datenschutzkonform eingesetzt wird.
Besondere Waren in OnlineshopsDass Produktbeschreibungen in Onlineshops wahrheitsgetreu und so detailliert wie möglich sein sollten, versteht sich eigentlich von selbst. Bei manchen Produktarten müssen Sie aber noch etwas genauer hinschauen und tiefer ins Detail gehen. Dazu gehören u. a. Alkohol, Arzneimittel, Batterien, Elektrogeräte, Erotikartikel, Glühbirnen, Nahrungsmittel, Spielzeug, Textilien, Tiere.So müssen Sie beispielsweise das Batteriegesetz beachten, wenn Sie Produkte vertreiben, die mit Batterien betrieben werden. Monitormaße müssen gem. des Einheiten- und Zeitgesetzes bzw. der Einheitenverordnung seit 2010 statt mit der Zoll-Angabe in Zentimetern angegeben werden. Und wenn Sie Ü18-Artikel wie Erotikartikel oder Horrorfilme in Ihrem Onlineshop anbieten, müssen Sie den Jugendschutz beachten, d.h. sicherstellen, dass Ihre Käufer tatsächlich volljährig sind. 
Button-LösungDie sogenannte „Button-Lösung“ legt fest, dass für Kunden klar erkennbar sein muss, wenn sie im Begriff sind, eine Ware kostenpflichtig zu bestellen, etwa durch den Button-Text “Jetzt kostenpflichtig bestellen”.
LieferschwellenLassen Sie sich außerdem zu den Lieferschwellen der Empfängerländer beraten und informieren Sie sich über das Verpackungsgesetz, wenn Sie Verpackungen in Umlauf bringen. 

Quelle: https://www.fuer-gruender.de/wissen/geschaeftsidee-finden/geschaeftsidee-beispiele/onlineshop-eroeffnen/

Sinus-Milieus

Vom Markt- und Sozialforschungsinstitut Sinus. Einteilung der Gesellschaft nach Lebensform und Lebensart.

Lebensform (Arbeit, Finanzen):

  • Untere Mittelschicht / Unterschicht
  • Mittlere Mittelschicht
  • Oberschicht / Obere Mittelschicht

Lebensart (Grundorientierung, Werte):

  • Tradition: Man unterscheidet, ob Personen die Tradition ohne Veränderung festhalten möchten (Festhalten) oder bereit sind, traditionelle Werte an moderne Ideen anzupassen (Bewahren).
  • Modernisierung / Individualisierung: Das Spektrum innerhalb der Modernisierung reicht von Menschen, denen Status und Besitz sehr wichtig ist (Haben & Genießen), bis zu Personen, die Erfolg eher in Selbstverwirklichung und Authentizität sehen (Sein & Verändern).
  • Neuorientierung: Menschen innerhalb dieser Gruppe unterscheiden sich teilweise dadurch, dass sie entweder sehr pragmatisch denken und schnelllebig sind (Machen & Erleben) oder einen stärkeren Fokus darauf legen, neue Dinge kennenzulernen (Grenzen überwinden).

Insgesamt lassen sich zehn verschiedene Gruppen ausmachen:

Konservativ-Etablierte (KET)
Liberal-Intellektuelle (LIB)
Performer (PER)
Expeditive (EPE)
Adaptiv-Pragmatische (ADA)
Bürgerliche Mitte (BÜM)
Sozialökologische (SÖK)
Traditionelle (TRA)
Prekäre (PRE)
Hedonisten (HED)

Sozialforschungsinstitut Sinus.

Businessplan für E-Commerce

Bestandteile

  • Name und Anschrift des Unternehmens und der Verantwortlichen
  • Datum der Gründung
  • Gegenstand des Unternehmens
  • Rechtsform
  • Gesellschaftsstruktur mit Besitzverhältnissen

Danach der eigentliche BP:

Geschäftsidee/Kurzfassung

Elevator-Pitch (60 Sekunden – Erklärung)

Unternehmensprofil

Vorstellung der/s GründerIn.
Auflistung aller relevanten Kompetenzen.
Beruflicher Werdegang und die Branchenerfahrung der Teammitglieder.
Signifikante Soft Skills (soziale Kompetenzen).
Potenziale und Erfahrungswerte des Gründerteams.
Im E-Commerce angesehene Fähigkeiten sind zum Beispiel:

  • Technische Skills, die bei der Programmierung, Weiterentwicklung und Installation von Shop-Software oder Content-Management-Systemen hilfreich sind
  • Marketing-Skills, die wenigstens einen der Gründer als SEO-, SEM- oder Affiliate-Experten ausweisen, was für die Vermarktungsstrategie im E-Commerce von Vorteil ist
  • Logistische Skills, die dem Gründer oder dem Team Erfahrungen mit Warenwirtschaftssystemen, Versand- oder Retouren-Abwicklung bestätigen

Von Banken und Investitoren gern gesehen:

  • Finanz-Skills (Buchhaltung, Rechnungswesen, Controlling)
  • Management-Erfahrung (Personalführung, Warenbeschaffung)
  • Juristische Erfahrung.

Zielgruppe

Nützliche Fragen:
Worin besteht der Kundennutzen?
Was sind die Charakteristika der potenziellen Kunden?
Gibt es entsprechende Zahlen, Studien oder Erfahrungswerte?
Welche Personas & Sinus-Milieus kann ich ansprechen?
Auf diesem Weg kann man eine realistische Zielgruppe bestimmen.

Durch die Zielgruppe wird die potenzielle Marktgröße erfasst, die Grundlage für die Kosten-Nutzen-Kalkulationen ist.
Von der Zielgruppe hängen ab:

  • spätere Schritte z. B. Vermarkungsstrategien und Marketing-Maßnahmen
  • Gestaltung des Sortiments
  • Differenzierung von B2B- und B2C-Strategien

Marktanalyse/Wettbewerberanalyse

Marktsituation, in der sich die Zielbranche befindet
Marktgröße
Vorliegende Strukturen
Konkurrenzdichte

Marketing-Strategie

Um im E-Commerce-Business erfolgreich zu sein, kommt es darauf an, den Onlineshop bekannter zu machen und Shop-Besucher zum Kauf zu bewegen = Conversions zu generieren.

  • Werbemöglichkeiten
    Newsletter, SEM, SEO, Plakatwerbung oder Flyer
  • Preisgestaltung
  • Distributionspolitik
  • entsprechende Services
  • innovative Distributionswege, z. B. über den Social Buzz

Oft sind Service-USPs (z. B. schnelle Versandzeiten, kostenloser Rückversand) ausschlaggebend für Kundenentscheidungen.
Auch das Controlling der Marketing-Aktivitäten, die Controlling-Werkzeuge selbst sowie Kennzahlen zur Erfolgsmessung gehören in einen vollständigen Businessplan

Organisation/Strukturen

  • allgemeine Organisation des Unternehmens
  • personellen Struktur: Von der Management-Ebene bis zu den einzelnen Mitarbeitern. 
  • Entlohnung des Personals

Finanzierung/Finanzplan

Am besten gemeinsam mit einem Wirtschaftsberater!
– Kapitalbedarfsplan
– Finanzierungsplan
– Rentabilitätsvorschau, break-even-Punkt

Chancen- und Risiken-Analyse

Unterscheiden zwischen Plänen, die man Investoren und Geldgebern vorlegt und jenen für interne Mitarbeiter oder Bewerbenden.

Beispiele:
Solvino
FT Fitness Technology
Unperfekt
Nordic Muscle Bike
Running On

Risiken und Nebenwirkungen

  1. 2020 scheitern 44% der Onlineshop Gründer
  2. Wettbewerbssituation meistens extrem hart
  3. Webshop Anbieter Werbeaussagen zu positiv
  4. Onlineshop Kosten werden unterschätzt
  5. Fachwissen für Onlineshop Betrieb notwendig
  6. Arbeitsaufwand höher als erwartet
  7. Produkte müssen für Webshop geeignet sein
  8. Businessplan für Onlineshop erstellen

aus: https://www.webshop-factory.com/

Das Marktforschungsunternehmen IFH Köln hat in einer Studie folgende Thesen für 2020 und weiter aufgestellt:

These 1: Re-Invent or Die

70 Prozent der traditionellen Händler werden sich völlig neu erfinden oder verschwinden.

Bis zu 30 Prozent aller stationären Outlets werden bis zum Jahr 2020 aus dem Markt ausscheiden – so eine Prognose des IFH Köln. Weitere 40 Prozent werden nur überleben, wenn es Ihnen gelingt, ihr Geschäftsmodell grundlegend zu verändern. Nur wer den online-getriebenen Anforderungen der Kunden gerecht werden kann, hat eine Chance zu überleben. “Die klare Botschaft heißt: Der traditionelle Handelskäufer stirbt aus und damit auch der traditionelle Handel”, so Dr. Nikolaus Mohr.

These 2: The winner will take it all!

90 Prozent der derzeitigen reinen Online-Händler werden nicht überleben.

Der Markt der Pure Player wird sich aufgrund extrem niedriger Margen konsolidieren. Es werden sich nur diejenigen Konzepte durchsetzen, die Kernkompetenzen optimieren, ein klares Leistungsversprechen gegenüber dem Kunden abgeben und dies auch dauerhaft erfüllen können. “Bei den Pure Playern werden dies neben Amazon einige wenige Category-Spezialisten sein”, so Dr. Kai Hudetz.

These 3: Seamless Commerce wins!

Kanaldenken war gestern – Multi-Touchpoint-Management ist morgen.

Kunden fordern schon heute “Next Level Cross Channeling”: intelligente und kundenorientierte Konzepte, die dem Verbraucher an jedem Touchpoint einen echten Mehrwert bieten – ohne Kanalbrüche.

These 4: Customer Journey is everywhere!

Flexible, relevante und unterhaltende Formate bestimmen den Handel der Zukunft.

Flexible und innovative Konzepte sind gefragt, die sich konsequent an der Customer Journey der Kunden orientieren. Händler, die es schaffen, ihr Kerngeschäft um neue, flexible und möglichst individuelle Konzepte zu erweitern und den Kauf zu einem Erlebnis machen, werden zukünftig erfolgreicher sein.

These 5: Brand Leadership rules!

Starke Marken dominieren den Markt.

Das Internet erhöht den Anteil der markenorientierten Zielkäufer. Klare Gewinner dieser Entwicklung sind Hersteller und Händler mit starken Marken. Seit Jahren wachsen die Online-Shops der Hersteller deutlich schneller als der Online-Handel insgesamt. So zeigt eine Untersuchung des IFH Köln, dass der Online-Handel insgesamt zwischen 2008 und 2013 um den Faktor 2,5 gewachsen ist, während die Shops der Hersteller fast eine Vervierfachung erzielen.

Materialien

Sinus-Milieus
Shopgründer-Checkliste
Rentabilitäts-Kalkulation
Break-Even-Rechnung

Exkurs: Covid in geschlossenen Räumen

Beispielprojekte:

Weihnachtsmarkt virtuell
Walnüsse verkaufen
Computerspiel verkaufen und Server-Plattform vermieten
Wohnungsvermietung in einem Badeort
Geschenksideen für Geburtstage
Sauerstoffsättigungsmessgeräte (Pulsoximeter)
Metallfertigteile (Serviettenständer, Lampenhalter, Spielsachen, Homedekor)
Wintersportbekleidung
Eigenbauweine